Das Belvedere Pfingstberg

Der italienische Traum Friedrich Wilhelm IV.

1847 wird mit dem Bau des Belvedere Pfingstberg begonnen. Auftraggeber Friedrich Wilhlem IV. weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er die Fertigstellung im Jahre 1863 nicht mehr erleben wird. Auch ahnt der Preußenkönig nicht, dass das Schloss am Ende niemals ganz so aussehen wird, wie er es sich ursprünglich vorgestellt hat.

Aquarell F.v.Arnim © Plankammer SPSG

Prachtbau mit Aussicht

Zunächst ist er nur froh, das Grundstück auf der Anhöhe Pfingstberg in der Nähe des jüdischen Friedhofs erworben zu haben. Der Ort ist schon damals beliebter Aussichtspunkt auf die Garnisonstadt Potsdam. Schon Friedrich Wilhelm II. hatte davon geträumt, hier einen Prachtbau zu erschaffen.

Villa Farnese in Caprarola © Livioandronico2013 - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40802875

Italien als Inspiration für das Belvedere Pfingstberg

Ein italienischer Traum in Potsdam sollte das Aussichtsschloss Friedrich Wilhelms IV. nun werden, beeinflusst und inspiriert von der Villa Medici in Rom mit ihren aufragenden Türmen, der Villa D’Este in Tivoli mit ihren Wasserspielen und Terrassen oder der Villa Farnese in Caprarola mit Wasserkaskade und gerundeten Treppenläufen. Begeistert war der König von seinen Reisen nach Italien zurückkehrt, inspiriert von der dortigen Architektur.

Das Römische Kabinett im Belvedere wurde von der Königsfamilie für Teestunden genutzt, © SPSG, Foto: Leo Seidel

Bau des Schlosses Belvedere in politisch unruhigen Zeiten

An der Planung des Schlosses beteiligt sind schließlich Ludwig Persius, Friedrich August Stüler und Ludwig Ferdinand Hesse, wobei Persius im Jahre 1845, noch vor Baubeginn, überraschend verstirbt.

Das Belvedere entsteht in insgesamt nur fünf Jahren – in der politisch unruhigen Revolutionszeit um 1848. 1852 werden die Arbeiten zugunsten der Orangerie von Sanssouci unterbrochen. Erst 1861 wird es nach Krankheit und Tod Friedrich Wilhelm IV. von dessen Bruder Wilhelm I. in eingeschränkter Weise zum Abschluss gebracht und in den Folgejahren von der königlichen Familie für Teestunden genutzt.

Das Belvedere heute, © SPSG, FVP, Foto: Leo Seidel

Nicht vollendet, aber dennoch imposanter preußischer Prachtbau

An beeindruckender Erscheinung musste der „unfertige Bau“ jedoch nicht einbüßen. Noch heute überrascht das Belvedere Pfingstberg seine Besucher mit einer imposanten Architektur, die mit ihrem hellen Sandstein kurz darüber hinwegtäuscht, dass sie nördlich und nicht südlich der Alpen errichtet wurde. In über 100 Metern über dem Meeresspiegel genießen jährlich mehrere Zehntausend Besucher von den Schlosstürmen „Potsdams schönste Aussicht“ im UNESCO-Welterbe.

Noch mehr Geschichte: Zu Schinkels Pomonatempel geht es hier entlang.

Einen ausführlichen Überblick über das Pfingstberg-Ensemble erhalten Sie in der Dauerausstellung im Schloss Belvedere.