22. August bis 19. September 2021
14 Uhr

“Zwischen Gartenlaube und Russenmagazin” – Spaziergang mit Zeitzeugen

Spaziergang mit Zeitzeugen zur Ausstellung „Zwischen Gartenlaube und Russenmagazin. Alltag am Potsdamer Pfingstberg 1945-1994“ durch das Wohngebiet am Pfingstberg und die Kleingartenanlagen am Pfingstberg.

Die Führung am 13.6. entfällt!

Am 13.6. erzählt Werner Eichhorst, Jahrgang 1943, von seinen Erlebnissen am Pfingstberg. Sein Haus grenzte unmittelbar an das “Militärstädtchen Nr. 7”, sodass sie aus dem Fenster über die Mauer sehen konnten. Das Gelände der Pfingstkirche ähnelte bis 1994 einer Insel, einer grünen Oase, die von manchem Besucher nur schwer gefunden wurde. Die Kinder von Werner Eichhorst besuchten den evangelischen Kindergarten, der zur Pfingstgemeinde gehörte.

Der Spaziergang am 22.8. findet in Begleitung der Eheleute Brigitte und Günther Preuß statt. Brigitte Preuß – Jahrgang 1937 – und Günther Preuß – Jahrgang 1934 – besitzen einen Schrebergarten in der Kleingartensparte am Hang des Pfingstbergs. Der Garten gehörte ursprünglich den Eltern von Frau Preuß, Anna und Gustav Bachmann. Sie bekamen hier 1934 eine Parzelle, als das Land für die Schrebergärten ausgewiesen wurde und bauten ihre erste Laube aus Eierkisten selber. Brigitte Preuß verbrachte hier als kleines Mädchen und Jugendliche viele Sommer. Nachdem sie 1958 Günther Preuß geheiratet hatte, war es selbstverständlich, dass das junge Ehepaar im Garten aushalf. Trotz der für die DDR-Zeiten üblichen Mangelwirtschaft wurde die Anlage mit viel Geschick modernisiert und die Laube ausgebaut. Viele Freundschaften und gemeinsame Feiern mit den Nachbarn gehörten zum Alltag. Gustav Bachmann sorgte mit Zylinder und Fliege als „Onkel Pelle“ bei den Gartenfesten bei den Kindern und Erwachsenen für gute Stimmung.

Beim Rundgang am 19.9. erzählt Ursula Demitter von ihren Erlebnissen rund um den Pfingstberg: Sie wurde 1945 geboren und stammt aus einer Potsdamer Familie, mit der sie im Holländerviertel lebte. Die Familien besaßen zwei nebeneinander liegende Schrebergärten auf dem Pfingstberg. Der Weg dorthin führte über den Berg am Jüdischen Friedhof und am Belvedere vorbei. Mindestens ein Mal in der Woche besuchten sie die Gegend und die Kinder waren von dem langsam verfallenden Schloss fasziniert.
Als Erwachsene zog Ursula Demitter 1983 mit ihrer Tochter in die Nauener Vorstadt. Das Haus in der Hessestraße gehörte zur ehemaligen Beamtensiedlung und grenzte unmittelbar an das „Militärstädtchen 7“. Hinter der Gartenmauer befand sich das Offizierskasino, aus dem Geräusche an die deutsche Seite drangen. Russische Offiziere und Zivilisten wohnten als direkte Nachbarn am Ende der Hessestraße im sogenannten offenen Militärstädtchen.

Dauer ca.1,5 Stunden, 10 €, Anmeldung notwendig unter 0331 200 57 93 0 oder info@pfingstberg, Teilnehmerzahl begrenzt. Aktuell sind für eine Teilnahme ein negativer Test oder ein Impfpass oder ein Genesenennachweis erforderlich.