Temperaturen in Schinkels Blau
Im April
2011 gestaltet die in Berlin lebende Künstlerin Elisabeth Sonneck den
bisher weißen Innenraum des Tempels mit Raummalerei.
Die neue Farbfassung taucht die Cella des
Pomonatempels in ein differenzier- tes Spektrum lichter Blau-Töne.
Mehrfach wechselten die Innenausmalungen, die letzte verfiel nach 1945 mit dem Tempel.
Deren
formale Struktur legt Elisabeth Sonneck nun wiederum der Neufassung
zugrunde, da die Wandfelder sich unmittelbar auf die Proportionen des
Raumes beziehen und so den Baugedanken Karl Friedrich Schinkels noch
hervorheben. Die nuancierte, in vielfachen Lasuren geschichtete,
polychrome Farbigkeit steht dabei im Kontext gegenwärtiger Farbmalerei.
Als Hommage auch an das berühmte Nachtblau von Schinkels Bühnenbild der
„Zauberflöte“ entfalten sich im vorwiegend sommers genutzten
Pomonatempel zarte, kühle wie warme blaue Tönungen, die an den weiten,
gemäldegleichen Ausblick draußen anschließen.
Der Pomonatempel – Schinkels Gesellenstück
Der 1801 fertiggestellte Pomonatempel ist das erste ausgeführte Bauwerk
des jungen Architekten Karl Friedrich Schinkel. Er wählte für den zu
errichtenden Teepavillon die Form eines griechischen Tempels und nahm
dazu die Nord- fassade des Erechtheions auf der Akropolis von Athen zum
Vorbild. Das blau-weiß-gestreifte Sommerzeltdach wurde vermutlich erst
einige Jahre später für Teegesellschaften oder andere Anlässe auf der
Dachterrasse ergänzt, es entspricht aber genau dem Stil der damaligen
Zeit und korrespondiert mit Ausstattungen in anderen Schlössern.
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