Die Geschichte des Förderverein Pfingstberg e.V.

(Fortsetzung)

 

Die engagierten jungen Potsdamer wollten diesen einst schönsten Aussichtspunkt des Potsdamer Gartenreiches nicht mehr sich selbst überlassen und schlossen sich unter dem Dach des Kulturbundes der DDR als Arbeitsgemeinschaft (AG) Pfingstberg zusammen.

Die Arbeitsgemeinschaft traf sich seit Januar 1988 an Wochenenden im 14tägigen Rhythmus, um zuerst die Lennésche Parkanlage in ihren Grundstrukturen wieder sichtbar zu machen und die Ruine des Pomonatempels von Gestrüpp und Ranken zu befreien. So wurden die Rasenflächen vor dem Pomonatempel sowie an der Süd- und der Ostseite des Belvedere freigelegt und die Laubengänge vor dem Belvedere beschnitten und nachgepflanzt. Das Belvedere war zu dieser Zeit nicht betretbar und die Parkverbindung zum Neuen Garten noch vom sowjetischen Geheimdienst KGB genutzt.

Im Juni 1989 fand das erste Pfingstbergfest in Zusammenarbeit mit der AG Umweltschutz und Stadtentwicklung Potsdam (ARGUS) rings um das Belvedere und vor dem Pomonatempel statt. Die Arbeitsgemeinschaften hatten ohne parteiliche Bindung zu einem Informations- und Kulturfest eingeladen. Mit über 1000 Gästen und unter misstrauischer Beobachtung der Staatssicherheit war dieses Fest ein bis heute in guter Erinnerung stehendes Fanal für die Bereit- schaft der Potsdamer Bürger, sich für den Erhalt einer lebenswerten Stadt einschließlich ihrer historischen Gebäude einzusetzen. Das Pfingstbergfest 1989 gab vielen Bürgern Mut zum Engagement in der politischen Wendezeit im Herbst 1989. Unter anderen gehörte auch der ehemalige Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, als Mitbegründer von ARGUS und Mitglied der AG Pfingstberg zu den Initiatoren des Pfingstbergfestes. Er ist bis heute Mitglied des Förderverein Pfingstberg.

Nach der Wiedervereinigung wurde am 22. September 1990 der gemeinnützig anerkannte Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V. gegründet.

1991 stellte die Hermann Reemtsma Stiftung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) eine Spende für den Wiederaufbau des Pomonatempels zur Verfügung. Verbunden mit der Spende war der Wunsch dass der Pomonatempel zum Ausgangspunkt für die weitere Restaurierung und Nutzung des Pfingstbergensembles werden möge. So nutzte der Förderverein den Pomonatempel nach dessen Wiedereröffnung zu Pfingsten 1993 für Ausstellungen, für Veranstaltungen der Reihe "Kultur in der Natur", zur Besucherinformation und natürlich zur weiteren Spendenakquise für die Sanierung des Belvedere.

Nach dem Abzug der ehemaligen Sowjet-Truppen 1994 nahm sich die SPSG der Aufgabe an, die Parkanlage auf dem Pfingstberg mit den Sichtbeziehungen und der Verbindung mit dem Neuen Garten Schritt für Schritt nach historischem Vorbild wiederherzustellen. Der Förderverein unterstützte das mit Arbeitseinsätzen und machte mit Kulturveranstaltungen auf die Bemühungen zur Wiederherstellung aufmerksam.

Bereits seit 1991 liefen geförderte Schadensuntersuchungen und Sicherungsmaßnahmen am Belvedere, so dass die SPSG als Eigentümer 1994 die Planung der Restaurierung in Auftrag gab. Die unermüdliche Spendensammlung des Fördervereins wurde 1998 durch die Großspenden der Hermann Reemtsma Stiftung und vom Versandhausgründer Prof. Dr. Werner Otto gekrönt. Im November desselben Jahres begann die Restaurierung des Westturmes, der Eingangshalle und Freitreppen sowie des Innenhofes des Belvedere. Im April 2001 – parallel zur Bundesgartenschau in Potsdam - wurde der Westturm für Besucher freigegeben und der Förderverein übernahm die Bewirtschaftung des gesamten Ensembles. Dank einer weiteren Spende von Prof. Werner Otto wurden auch der Ostturm, die Nordterrasse und die Ostkolonnade des Belvedere bis 2003 restauriert. Im Mai 2005 konnte mit der Fertigstellung der beiden Flügelmauern der Abschluss der Sanierung des Belvedere gefeiert werden.

Der Förderverein betreibt heute seit zehn Jahren erfolgreich das Pfingstbergensemble mit Potsdams schönster Aussicht und mit der Veranstaltungsreihe „Kultur in der Natur“. Für den Erhalt des historischen Ensembles sammelt er weiterhin Spenden, um immer wieder notwendige Reperaturen und Baumaßnahmen durchzuführen.

 

Zurück